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Vereinsgeschichte

Die IdeeKapelle Eingang
Beim allmonatlichen Tränkhofer Stammtisch, bei dem jeder Bürger des Poppenhausener Ortsteils willkommen ist, gelangte man einst zu der Feststellung: Wir haben in Tränkhof zwei Wirtshäuser – aber keine Kirche; dieses Missverhältnis muss sich ändern… Natürlich brauchte es nicht unbedingt eine Kirche zu sein. Eine Kapelle für die rund 80 Einwohner am Fuße der Wasserkuppe würde es auch tun. Von da an wurden Pläne geschmiedet.
 
Die Planung
Um diese Stammtischidee zum Bau einer Kapelle in geordnete Bahnen zu lenken, gründete man den „Kapellenverein Tränkhof e.V.“. Dies geschah am 30. Juni 1994 mit 23 Gründungsmitgliedern. Erster Vorsitzender wurde Hans-Jörg Hauke, zweiter Vorsitzender Hans-Georg Ochs. Bald schon verdreifachte sich die Mitgliederzahl, weil Bewohner aus den Nachbardörfern hinzukamen, um das Vorhaben zu unterstützen. Das Hauptziel des Vereins bestand zunächst darin, ein Grundkapital für den Kapellenbau anzusparen. Deshalb wurden in den Folgejahren Dorffeste abgehalten und an geeigneten Stellen sowohl Zuschüsse als auch Spenden erbeten.  Als die Finanzlage einigermaßen solide war, konnte der Baubeginn auf das Jahr 1999 festgelegt werden.

Bei der Überlegung, welche Form und Gestalt die neue Kapelle bekommen sollte, waren sich Vorstandschaft und alle Beteiligten ganz schnell darüber einig, dass nur eine historisierende Bauform mit barocken Elementen in Frage kam. Diese Entscheidung wurde dadurch untermauert, dass das Bistum Fulda dem Kapellenverein einen barocken Altaraufsatz von 1714 überlies.
Gleichzeitig entschied man sich, den Hl. Josef zum Patron der Kapelle zu machen.
 
Die Bauphase
Bauphase 1

Die Kapelle im Rohbau

Am Josefstag, dem 19.3.1999, konnte der Grundstein für die Kapelle gelegt werden, und innerhalb eines guten Jahres war der Bau fertig gestellt. Über 4000 freiwillige, unbezahlte Arbeitsstundenhaben die Mitglieder erbracht, und viele Spenden, sowohl Sach- als auch Geldspenden,sind im Laufe der Zeit eingegangen. Das Baugrundstück, viele Bauteile sowie Ausstattungsgegenstände im Innern der Kapelle wie Altäre, Figuren, Bilder und Bänke sind von Förderern gestiftet worden.

 
Äußere und innere Gestaltung
Die Kapelle ist ein schlichter Rechteckbau von 6 x 9 Metern und hat ein steiles Satteldach mit einem sechseckigen Spitzhelm-Dachreiter, in dem eine Glocke hängt. Auf den Längsseiten befinden sich zwei Fensterachsen mit Rundbogenfenstern. Der Westgiebel, die Wetterseite, ist geschindelt, auf

Der barocke Altar aus dem Jahr 1714

der anderen Giebelseite befindet sich der Eingang, der von einem Vordach geschützt wird. Der barocke Altar von 1714 wurde einst für die Schlosskapelle von Rotenburg a. d. Fulda angefertigt und gelangte in der Folgezeit über weitere Besitzer in das Eigentum des Bistums Fulda, welches den Altar 1998 dem Kapellenverein Tränkhof übertrug. Er hat vier korinthische Säulen und reiches Zierwerk. Die Kreuzigungsgruppe im Zentrum ist neu, im Auszug befindet sich ein Salvator mundi (Christus, Erlöser der Welt). Putten und Altarmensa sind ebenfalls neue Ergänzungen. Zwei neue Seitenaltärchen nehmen die Figuren Maria Immaculata und Josef auf. Diese sind zusammen mit den Chorbogenfiguren Johannes der Täufer und Elisabeth von Thüringen Kopien, welche eigens für die Kapelle angefertigt wurden. Der neobarocke Relief-Kreuzweg, das Weihnachtsbild über dem Eingang und die beiden Reliquiare waren früher im Besitz des Franziskanerklosters Sigmaringen. Das Kloster wurde aufgelöst, deshalb standen diese Ausstattungselemente zum Verkauf.

 
Die Einweihung
Offizielle Weihe der Kapelle durch Prof. Dr. Ludwig Schick

Offizielle Weihe der Kapelle durch Dr. Ludwig Schick im Juli 2000

Am 16.7.2000 wurde die neue Kapelle vom Fuldaer Weihbischof Dr. Ludwig Schick eingeweiht. Der Bischof und die Konzelebranten kamen mit Kutschen von der Poppenhausener Pfarrkirche und wurden am Kreuzschlepper vom Kapellenverein und weiteren Vereinen der Gemeinde mit ihren Fahnenabordnungen begrüßt und abgeholt. In einem beeindruckenden Kirchenzug zog man dann zur Kapelle, wo unter Mitwirkung des Musikvereins Poppenhausen sowie des Gesangvereins Poppenhausen das Pontifikalamt mit Kapellenweihe stattfand. Ein großes Dorffest mit reichhaltigem Programm schloss sich an.

 
Das Opferkerzenkapellchen
Schon bald nach der Einweihung zeigten sich im Innern der Kapelle Rußschäden, die von den Opferkerzen herrührten, welche die Besucher auf dem neuen Opferkerzenständer anzündeten. Deshalb beschloss der Kapellenverein, ein separates Bauwerk für diese Opferkerzen zu errichten, das am 14.7.2002 im Rahmen des Kapellenfestgottesdienstes von Pfarrer Bernhard Schiller eingeweiht wurde. In diesem Kapellchen befindet sich eine Wandvitrine mit einer ansprechenden Strahlenmadonna.

Weihnachtskrippe

Weihnachtskrippe

Bei der Jahreshauptversammlung des Kapellenvereins im Januar 2003 äußerten mehrere Mitglieder den Wunsch, eine Weihnachtskrippe für die Kapelle schnitzen zu lassen. Insbesondere der zweite Vorsitzende Hans-Georg Ochs forcierte diesen Plan sehr, so daß Hermann Langgut aus Elters bereits im Spätsommer anfing, die 40-cm- großen Figuren nach barocker Art zu schnitzen. Egon Bott aus Abtsroda fasste sie farbig und Richard Büttner aus Poppenhausen schuf als Ort der Geburt eine steinerne Ruine. Der Krippenberg wurde im Alterraum der Kapelle aufgebaut, und zwar auf einem zusammenklappbaren Altartisch, der vorher eigens angefertigt worden war. Er hat ein bemaltes historisches Antependium (Vorderfront), das man im Kunsthandel erwerben konnte. Weil die neue Krippe in der Weihnachtsausgabe 2003 der Fuldaer Zeitung abgebildet und beschrieben war, kamen während und nach den Weihnachtstagen große Besuchermengen nach Tränkhof und waren von der Darstellung der Geburt Jesu begeistert. Der neue Klappalter findet auch bei den Gottesdiensten im Freien Verwendung.

 
 
Kreuzigungsgruppe

Kreuzigungsgruppe

Mit der Errichtung der Kreuzigungsgruppe hat der Kapellenverein im April 2007 nach Kapelle und Opferkerzenkapelle den dritten und letzten Bauabschnitt der Gesamtanlage erfolgreich verwirklicht. Da die Wetterseite der Kapelle schlicht und schmucklos ausfallen musste, wünschte sich der Vorsitzende, Hans Hauke, von Anfang an eine optische Aufwertung dieser Ansicht. Das gelang durch die steinerne Gruppe, die aus einem Hochkreuz mit Christusfigur und den Assistenzfiguren Maria und Johannes besteht. Während die Figuren Steingusskopien historischer Skulpturen sind, wurden die übrigen Teile aus Warthauer Sandstein geschlagen.
Am 22.7.2007 hat Pfarrer Bernhard Schiller die Anlage im Rahmen des Kapellenfestgottesdienstes eingeweiht.

 
Seit der Einweihung der Kapelle im Jahre 2000 versorgte das ehemalige Restaurant „Alt Tränkhof“ die Kapelle mit Strom. Im Herbst 2008 hat der Verein einen eigenen Stromanschluss herstellen lassen. Da die Erdarbeiten in eigener Regie abgewickelt werden konnten, hielten sich die Kosten für das Projekt in Grenzen. Für die Beleuchtung der Kreuzigungsgruppe wurden Mitte 2009 Strahler installiert.
Es waren mehrere Einstellungen durch die ÜWAG erforderlich, um den optimalen Anstrahlwinkel erreichen zu können. Doch Ende 2009, gerade vor Einbruch der dunklen Jahreszeit, war es geschafft. Sobald die Dämmerung einsetzt, schalten sich die Strahler automatisch ein und lassen die Kreuzigungsgruppe in einem beeindruckenden Licht erstrahlen.
 
Neuer Vereinsname
Bei der Jahreshauptversammlung am 03.02.2011 hat der Verein einen neuen Namen bekommen. Mit großer Mehrheit entschied man sich für „St.-Josefs-Kapelle Tränkhof e.V.“
 

   

 

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